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Vortrag: Geschlechterphantasien von Marcel Wolters

Vortrag und Diskussion zur Psychologie des Subjekts im Faschismus und dessen Voraussetzungen in den bürgerlichen Kategorien von Nation und Geschlecht

Eine Veranstaltung mit Marcel Wolters in der Druckerei, Gängeviertel, Valentinskamp 32 am Dienstag, 4. Februar 2010.
Beginn des Vortrages ist um 19 Uhr.

Eine Analyse der gesellschaftlichen Entstehungsbedingungen faschistischer Ideologien klärt nicht, wie diese Ideologien auf Subjektebene umgesetzt werden. Die Analyse so einer Umsetzung greift notwendig zu kurz, wenn sie das Geworden-Sein der Subjekte als nationale und geschlechtliche Wesen nicht reflektiert.

Denn die bürgerliche Gesellschaft als Nährboden der verschiedenen Faschismen ist ohne Geschlecht und Nationalität nicht denkbar. Somit kann angenommen werden, dass Geschlecht und Nationalität ebenso zu den Voraussetzungen faschistischer Vergesellschaftung zählen.

Ausgehend von der Psychoanalyse des soldatischen Mannes, vorgelegt in Klaus Theweleits „Männerfantasien“, wird der Versuch unternommen, das Geschlecht selbst, seine Verbindung zur Nation und seine Bedeutung für faschistische Ideologien, kritisch-psychoanalytisch zu zerlegen. Geschlecht und Nation müssen gefühlt werden. Wie funktioniert das? Wie lässt sich dieses Gefühl wieder aufbrechen?

Zur Annäherung an diese Fragen werden Theweleits Begriffe und Thesen aus zwei Richtungen kritisch durchschritten. Mit Thomas Laqueur und Judith Butler wird untersucht, wie tragfähig sie noch sind, wenn geschlechtliches und nationales identifizieren als solches nicht vorausgesetzt wird. Aus der Perspektive marxistischer Subjektwissenschaft stellt sich zudem die Frage, inwieweit Theweleits Kategorien historisch-empirisch entwickelt sind.

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