Veranstaltungen zum 3.10. in Hamburg

Veranstaltungen zum 3.10. in Hamburg

Alle Termine gegen die Feierlichkeiten zum Tag der deutschen Einheit in Hamburg findet ihr hier. Besonders möchten wir auf die Veranstaltungen von (und manchmal auch mit) sous la plage hinweisen:

  • Szenische Lesung gegen Deutschland
    Mittwoch, 24. September 20:00, Golden Pudel Club, Am St. Pauli Fischmarkt 27 (Achtung, falsches Datum auf dem Flyer!)„Deutschland in seinen eigenen Worten“ ist der Untertitel eines Textes von 1991. Namhafte deutsche Unternehmen, die Zwangsarbeiter_innen aus dem KZ Neuengamme beschäftigt hatten, waren um Geld für den Ausbau der KZ-Gedenkstätte Neuengamme gebeten worden. Der Text zitiert und analysiert die Antwortschreiben und zeigt dabei die grauenhafte Fratze des „wiedervereinigten“ Deutschlands auf, wo mensch „wieder wer ist“ und daher alle Erinnerung an den Holocaust verhindern muss. Der zynische und polemische Text soll in verlesen und anschließend diskutiert werden.
  • Stadtrundgang „Kolonialmetropole Hamburg“
    mit Heiko Möhle
    Donnerstag, 25. September 17:00, Haupteingang des Hamburger Rathauses Als „Tor zur Welt“ wurde Hamburg mit seinem Hafen im 19. Jahrhundert zur Metropole des deutschen Kolonialreichs in Übersee. Zwischen City und Hafenrand erzählen Börse, alte Speicher, Kontorhäuser, Hafenanlagen, Kirchen und Denkmäler von Schnapsexporten und Kanonenbootpolitik, von „Deutschen Kamerunbananen“ und vom Maji-Maji-Krieg in „Deutsch-Ostafrika“.
  • Film: „The truth lies in Rostock“
    Donnerstag, 9.Oktober 18:30, 3001 Kino, Schanzenstraße 75 Im August 1992 griff ein Mob aus Anwohner_innen und Nazis vier Tage lang die „Zentrale Aufnahmestelle für Asylbewerber“ (ZaST) im Rostocker Stadtteil Lichtenhagen an. Begeisterte und applaudierende Deutsche machten aus dem brutalen Pogrom ein rassistisches Volksfest, auf dem sie weitgehend ungestört von der Polizei den Wahn eines „Deutschlands nur für Deutsche“ realisieren konnten. Es grenzt an ein Wunder, dass bei den Ausschreitungen niemand zu Tode gekommen ist. Der Dokumentarfilm „The truth lies in Rostock“ sorgte in der radikalen Linken für eine heiße Debatte um die Frage, in wieweit die rassistischen Übergriffe mit der „Wiedervereinigung“ Deutschlands und dem darauf folgenden nationalistischen Taumel zu tun hatten. Wir wollen den Film, der schockierende Originalbilder enthält, gemeinsam ansehen und danach diskutieren, was aus den damals geführten Debatten heute für die radikale Linke gelernt werden kann.